Orthografie ohne Frust: Rechtschreibung retten und dabei rocken

Sprachlehrer sind sicherlich keine Gesangstrainer, und das sollte respektiert werden. Aber im 21. Jahrhundert geben Lernumgebungen doch trotzdem schon einiges mehr her als das monotone Surren des Overheadprojektors oder Papierkopien der letzten Power Point. Hier mal ein Tipp zum Thema Orthografie und Musik.

Nachdem ich heute von einer Kollegin im DSD 1-Gold-Kurs in Chile auf die App LingoClip aufmerksam gemacht worden bin, wollte ich die hier kurz vorstellen. Ich kannte bisher nur die dazugehörige Website Lyricstraining.

Auf Lyricstraining hat mir im Unterricht der Choice-Mode immer sehr gut gefallen, bei dem die Kinder mit Musikvideos ihr Hörverstehen trainieren und die korrekten Vokabeln synchron zum Song aus einer Liste auswählen. Das trainiert m. E. sehr gut das aktive Zuhören, schult das Auge für Details und trainiert das Ohr auf verschiedene Laute und Endungen. Im Schreibmodus schreiben die Schüler dann synchron zum Video fehlende Wörter in die Lücken. Hier kann man den Fokus gut auf bestimmte orthografische Phänomene legen.

Ein bisschen Starthilfe braucht immer der richtige Einsatz solcher Hilfsmittel im Unterricht. Statt alles dem Zufall zu überlassen, ist eine gute Frage, wie die grössten Schwierigkeiten und Stärken der einzelnen Schüler festgehalten werden können, um ggf. an den Inhalten weiter zu arbeiten und sie in anderen Sequenzen wieder nach vorn zu holen.

Nur eine Strategie – sicherlich interessant für die Mittelstufe – ist, dass die Kinder zu zweit an einem Notebook gegeneinander spielen und jeweils der, der nicht dran ist, mindestens 5 Schreibfehler seines Partners pro Runde in eine Tabelle einträgt. Nach einer festen Anzahl von Runden kannst du eine Fehlertabelle von den Schülern zusammenstellen lassen und die Kinder typische Fehlermuster allein erkennen lassen. Die Berichtigung kann man dann wieder anders lösen, aber am Ende noch einmal die selben Songs gegeneinander spielen lassen! Wer macht die wenigsten Fehler ein zweites Mal?

Schon entsteht ein kleines Experiment im Klassenzimmer!

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Nebenbei hat die App natürlich auch andere angenehme Nebeneffekte. Denn für jedes Thema gibt es ein passendes Lied und Musikvideo – und mit jedem dieser Songs kommt neues Vokabular und kommen viele schon bekannte oder auch neue Strukturen. Besser geht es nicht.