Digitale Lesetagebücher im DaF-Unterricht mit H5P – Schau ma moi, na seng ma’s scho

Wir können wir H5P im Deutschunterricht nutzen, um digitale Lesetagebücher zu erstellen? Entdecke, wie Schüler H5P kennenlernen und unter anderem eigene Aufgaben während des Lesens eines Jugendbuchs auf Deutsch erstellen. Diese Methode fördert Lesekompetenz, schriftliche und mündliche Fähigkeiten, digitale Kompetenzen und kritisches Denken. Wie schaffen wir eine inspirierende Lernumgebung, die Lesen zu einem spannenden Erlebnis macht?

Vor Kurzem haben wir hier konkrete mit H5P erstellte interaktive Übungen angeschaut, die du für jedes Fach und jedes Thema variieren kannst. Heute soll es um die Verwendung von H5P für digitale Lesetagebücher gehen. Und dabei kommen auch die motivierten Schüler zum Zug, können H5P kennenlernen und entlang des Lesens eines Jugendbuches auf Deutsch mit der Software eigene Aufgaben erstellen!

Gern kannst du gleich einmal einen Blick auf den momentanen Stand unseres digitalen Lesetagebuchs werfen. Klick einfach hier unten auf den Button. Unten will ich dann gern noch erklären, warum ich dieses Jahr gern diese Lesestrategie ausprobieren will, und warum ich mir dafür meine neunte Klasse ausgesucht habe.

Das Lesen von Büchern ist auch heute für Jugendliche von großer Bedeutung. Als Muttersprache- und Fremdsprachenlehrer sehe ich mehrere entscheidende Gründe dafür. Erstens ist das Lesen ein unverzichtbares Mittel, um den Wortschatz zu erweitern und die sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Jugendliche, die regelmäßig lesen, tendenziell über ein reicheres Vokabular und bessere schriftliche Ausdrucksfähigkeiten verfügen. Gelesen wird aber längst nicht mehr in vielen Haushalten, auch vorgelesen wird im Kleinkindalter immer weniger, mit fatalen Folgen für die Kinder.

Enthebt uns Lehrer das unserer Verantwortungen für den besten Unterricht für die Kinder? Nein. Gelesen werden muss – heute mehr denn je. Aber es muss ein Lesen mit den Kindern sein, ein gemeinsames Lesen, ein Leseerlebnis, ein Wechsel zwischen dem innerlichen und dem äusserlichen Erleben von Fiktion. Das gilt für den muttersprachlichen Unterricht wie den Fremdsprachenunterricht! Aber wie gelingt das? Je eher wir uns aufmachen, das zu probieren, desto eher werden wir Jugendliche als offene und kommunikative junge Menschen erleben, die an ihren Schwierigkeiten wachsen statt auf ihren Füssen zu treten.

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Darüber hinaus fördert das Lesen das kritische Denken und die Fähigkeit zur Analyse. Jugendliche, die Bücher lesen, entwickeln ein tieferes Verständnis für komplexe Handlungsstränge und Charakterentwicklungen, was ihre Fähigkeit zur Reflexion und zum kritischen Hinterfragen eigener Entscheidungen stärkt. Das wiederum stählt für das Leben. Ich persönlich will keine müden Fichten, sondern deutsche Eichen in die Welt entlassen. Das ist in heutigen Zeiten unerlässlich.

Dennoch gibt es Stolpersteine, die Jugendliche davon abhalten, zu lesen. Dazu gehören sicherlich auch vor allem die Ablenkung durch digitale Medien und soziale Netzwerke sowie ein Mangel an Interesse an Büchern generell. Umso wichtiger ist es, das Interesse der Jugendlichen zu wecken, indem man Bücher auswählt, die zu ihren persönlichen Interessen passen. Außerdem kann die Förderung des Lesens durch Diskussionen und Gemeinschaftsaktivitäten helfen, die Freude am Lesen zu steigern.

Insgesamt ist das Lesen von Büchern für mich auch heute nach wie vor ein Schlüssel zu einem erfolgreichen Leben, nicht zuletzt zum Spracherwerb, zur Förderung des kritischen Denkens und zur Erweiterung des Horizonts von Jugendlichen.

Versuchen wir also Folgendes: schaffen wir eine aktive, kollaborative Lernumgebung im Klassenzimmer, mit klaren, differenzierten Aufgaben, in der jeder Schüler in seinem Tempo lesen kann. Kombinieren wir Vorlesephasen und Selbstlesephasen im Klassenzimmer, schaffen eine engagierte Atmosphäre, in der Schüler die Möglichkeit haben, erst still zu lesen, sich die Inhalte an Übungen zu erarbeiten und dann gemeinsam über den Text zu reflektieren und zu diskutieren.

Dabei soll die Integration eines digitalen Lesetagebuchs auf dieser WordPress-Seite versucht werden. Dies ermöglicht den Schülern, ihre Gedanken und Reflexionen auf effektive Weise mündlich festzuhalten, multimediale Elemente wie Audioaufnahmen und selbst erstellte H5P-Contents hinzuzufügen, frei angebotene Übungsmaterialien auszuwählen und zu bearbeiten, entlang der Auseinandersetzung mit sprachlich herausfordernden Inhalten – wie eben zum Beispiel einem Buch. Für manche Schüler ist das heute Neuland, das es erst noch zu erobern gilt! Wir brechen also Lesephasen auf, durch die Aktivierung verschiedener sprachlicher Fähigkeiten und ein breites Set an Herausforderungen.

Die Idee, dass die gesamte Lesephase ausschliesslich im Klassenzimmer stattfindet, fördert die räumliche und zeitliche Bewusstwerdung des Lesens, ermöglicht uns als Lehrern auch die kontinuierliche Unterstützung und Anleitung. Die Schüler können zudem von der Möglichkeit profitieren, Lernmaterialien zum Buch auszuwählen und zu bearbeiten, oder selber einige auf Basis ihrer Leseerfahrungen zu erstellen, was ihre aktive Auseinandersetzung mit dem Text fördert.

Insgesamt gefällt mir diese Idee sehr und ich will sie ausprobieren. Das Projekt bietet eine ansprechende, interaktive und flexible Lernumgebung, die die Lesekompetenz, schriftlichen und mündlichen Fähigkeiten, digitale Kompetenzen, kritisches Denken und die aktive Beteiligung der Schüler fördert. Es hat das Potenzial, das Lesen für Jugendliche zu einer spannenden und bereichernden Erfahrung zu machen. Vor allem kann ich mich auf einzelne Schüler und Gruppen konzentrieren, während der gesamte Kurs auch ohne ständige “Beschallung” produktiv lesen kann.

Wichtig ist, dass du mit dem Vorlesen anfängst! Schaffe einen ruhigen Rahmen und lese die ersten 3 Seiten langsam und mit sauberer szenischer Betonung vor. Wiederhole das mindestens einmal und lockere dazwischen mit offenen Fragen auf. Lass die Schüler Ideen zum gehörten Text sammeln, gib nicht bereits die Bücher auf, lass die Schüler zuerst nur auf ihr Gehör Vertrauen, damit sie später eigene Erfolge beim Selbstlesen stärker fühlen! Gern kannst du zur Einführung diese Curipod benutzen. Lies in der Folgestunde die selben Seiten noch einmal vor, stell dann die Arbeitsstationen – Übungsmaterial, Audio-Rekorder für Fragen, Erstellung von Spielen mit H5P – vor, und gib den Schüler die URL zum digitalen Lesetagebuch. Lass die Schüler dann einfach ein bisschen in Ruhe lesen.

  1. Förderung der Lesekompetenz: Indem die Schüler ein Buch lesen und gleichzeitig Aufgaben wie das Erstellen von H5P-Contents und Audioaufnahmen bearbeiten, werden sie auf vielfältige Weise mit dem Text interagieren. Dies kann dazu beitragen, ihre Lesefähigkeiten zu verbessern und ihr Verständnis für den Text zu vertiefen.
  2. Förderung der Schreibkompetenz: Das Führen eines digitalen Lesetagebuchs ermutigt die Schüler dazu, ihre Gedanken und Meinungen zum Buch schriftlich auszudrücken. Dies kann die schriftlichen Fähigkeiten der Schüler fördern und ihre Fähigkeit zur Reflexion und Analyse entwickeln. Gleichzeitig wird mündlicher Ausdruck angeregt, was Schülern Gestaltungsspielraum lässt.
  3. Interaktivität und Engagement: Die Verwendung von interaktiven Elementen wie H5P-Contents und Audioaufnahmen kann das Engagement der Schüler erhöhen. Es macht den Leseunterricht abwechslungsreicher und spannender, da die Schüler aktiv am Erstellen von Inhalten beteiligt sind.
  4. Kollaboration und kritisches Denken: Wenn die Schüler H5P-Contents erstellen und Lernmaterialien zum Buch auswählen und bearbeiten, werden sie wahrscheinlich auch in Gruppen arbeiten und kritisch über den Text nachdenken müssen. Dies fördert kollaboratives Lernen und kritisches Denken.
  5. Digitale Kompetenz: Das Arbeiten mit WordPress und digitalen Tools wie H5P fördert die digitalen Kompetenzen der Schüler, die in der heutigen digitalen Welt immer wichtiger werden.
  6. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Diese Methode ermöglicht es, den Unterricht an die Bedürfnisse der Schüler anzupassen. Ich kann so verschiedene Aktivitäten und Aufgaben je nach dem Fortschritt der Klasse und den individuellen Fähigkeiten der Schüler anpassen.
  7. Räumliche und zeitliche Flexibilität: Wenn ich die gesamte Lesephase im Klassenzimmer abhalte, habe ich die Möglichkeit, den Fortschritt der Schüler in Echtzeit zu verfolgen und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen. Dies ermöglicht eine effektive Unterstützung und Anleitung.
  8. Integration von Multimedia: Die Verwendung von Audioaufnahmen und interaktiven H5P-Contents ermöglicht es den Schülern, verschiedene Sinne einzusetzen, was das Verständnis und die Erinnerung an den Text verbessern kann.

Ich habe für das Experiment meine derzeitige 9. Klasse ausgesucht, weil sie bereits sehr kommunikativ ist und es Schüler gibt, die eine Vorbildrolle übernehmen. Darüber hinaus haben sie bereits während der Vorbereitung des DSD 1 viel in Freiarbeit gearbeitet und trotz vieler Widrigkeiten relativ zügig in selbstverantwortliches Arbeiten gefunden. Das Ziel ist, durch mehr Förderung von Autonomie in diesem Kurs bis zur 11. Klasse wieder mehr Bücher zu lesen und das Deutsch so noch besser auszubauen.

Wie findest Du die Idee? Wie liest du Bücher mit deinen Lerngruppen? Teile gern deine Ideen und Tipps unten in den Kommentaren. Sicherlich gibt es viele gute Impulse, die man in diese Strategie einarbeiten kann. Ich freue mich auf Anregungen!

Eine Vorlage für Lesemedaillen für dein Klassenzimmer findest du hier. Du kannst sie mit deinen Schülern für die Leseolympiaden vergeben, die Teil der Aufgaben im Lesetagebuch sind.

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